Dienstag, 24 April 2012 09:38

Die Säugetiergutachten

Das erste Gutachten über tierschutzgerechte Haltung von Säugetieren datiert vom 8. Juni 1977. Federführender Gutachter war der Direktor des Krefelder Zoos, Dr. Walter Encke. Ferner waren als Gutachter beteiligt: Dr. H.  Brummer; Justus-Liebig Universität Giessen, Dr. L. Dittrich; Direktor; Zoo Hannover, Dr. H. Frädrich; Zoo Berlin, Prof. Dr. W. Herre; Neue Universität Kiel, Prof. Dr. H.G. Klös; Direktor; Zoo Berlin, Prof. Dr. W. Neugebauer; Direktor; Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart, Dr. Ch. Scherpner; Zoo Frankfurt, Dr. A. Wünschmann; Direktor; Tierpark Hellabrunn München.

Das Gutachten gliederte sich in eine Präambel, einen Allgemeinen und einen Speziellen Teil, in denen auf Raumbedarf, Klimatische Bedingungen, Gehegeeinrichtungen, Sozialgefüge, Ernährung, Sonstige Haltungsanforderungen und Transport eingegangen wurde, Schlussbetrachtung und vier Anlagen, wovon eine, von K. J. Ennulat verfasste, die Zulässigkeit der Tötung von Tieren in Zoologischen Gärten diskutierte, und eine weitere auf die Tierbelastung durch Fang, Transport und Eingewöhnung einging.

19 Jahre später wurde das erste Gutachten durch die gegenwärtig (August 2013) geltenden Mindestanforderungen an die tierschutzgerechte Haltung von Säugetieren vom 10. Juni 1996 abgelöst. Verfasser waren Dr. Bernhard Blaszkiewitz, Dipl. Biol. Claus Pohle und Prof. Dr. Henning Wiesner als Vertreter des Verbandes Deutscher Zoodirektoren e.V., Dr. Siegfried Orban von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.,  Prof. Dr. Udo Ganslosser von der Ethologischen Gesellschaft e.V., Martin Riebe vom Deutschen Tierschutzbund e.V. und Prof. Dr. Uwe Schmidt von der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde e.V.. Das Gutachten gliedert sich in ein Kapitel zu Geltungsbereich und Allgemeinen Grundsätzen sowie spezielle Kapitel zu den einzelnen Säugetierordnungen, die im Aufbau dem früheren Gutachten folgen. Angehängt sind Erklärungen und Differenzprotokolle der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sowie des Deutschen Tierschutzbundes.

Download Gutachten 1996

Die Tatsache, dass die Haltung von Wild  in Gehegen in einem gesonderten, ursprünglich 1978 und am 27. Mai 1995 in einer überarbeiteten Fassung vom BMELV herausgegebenen Dokument behandelt wurde, führte im Vollzug des Öfteren zu Missverständnissen. Dabei wurde übersehen, dass es sich hierbei nicht um Mindestanforderungen, sondern um „Leitlinien“ handelt und dass aus unterschiedlichen Gründen – z.B. im Hinblick auf eine nachhaltige Grünlandnutzung - an die extensive Haltung von Wildtieren andere Kriterien anzulegen sind, als an die Haltung im Zoo.

Download Leitlinien 1995

Die Vorgaben des Gutachtens von 1996 wurden bezüglich Elefanten am 24. Oktober 2000 durch das Bundesamt für Naturschutz relativiert, dessen Beirat Artenschutz für den Bereich der Ein- und Ausfuhr "Neue Haltungsrichtlinien für Elefanten" erarbeitet hatte. Diese ersetzen zwar das Säugetiergutachten nicht, dienen aber als Grundlage für die Genehmigung von Anträgen für die Einfuhr von Wildfängen.

Download Haltungsrichtlinien 2000 für Elefanten

Am 7. Mai 2014 wurde das aktuelle Säugetiergutachten der Öffentlichkeit vorgestellt. Dessen Entstehungsgeschichte sowie Downloads verschiedener Dokumente und des definitiven Textes finden sich auf der Seite "Die Überarbeitung des Säugetiergutachtens von 1996".


2012-04-24; 2013-08-28; 2014-05-19

Gelesen 9130 mal Letzte Änderung am Montag, 19 Mai 2014 09:16

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